Antwort auf: Positionspapier 2018

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#3205
Hartmut Berndt
Verwalter

Lieber Reinhard Metsch,

vielen Dank für die schnelle, wenn auch sehr kritische Reaktion. Ich möchte dazu einige Punkte anmerken, die vielleicht auch für die weitere Diskussion im Forum wichtig sind.

  • das eingestellte Papier ist eine erste Diskussionsgrundlage und genau dazu gedacht, dass solche kritischen Anmerkungen eingebracht werden
  • insbesondere die dargestellten Positionen brauchen als Ergebnis der Diskussion im Forum und abschließend im Länderrat auf jeden Fall weitere Ergänzungen
  • aus meiner Sicht ist es auch wichtig, dabei die ehrliche Stimmungslage auszudrücken, denn nur so können wir die Meinung der LAGn vor Ort bei den Diskussionen auf bundesweit und auf europäischer Ebene authentisch vertreten

Grundsätzlich müssen wir allerdings auch bei der Formulierung eines Positionspapieres strategisch vorgehen. Die BAG LAG hat in Brüssel bereits den Ruf sehr kritisch zu sein. So hat allein der Titel des letztjährigen Beitrags zum Zukunftsforum im Rahmen der Grünen Woche heftige Reaktionen bei einigen Vertretern der Kommission ausgelöst, die mir im persönlichen Gespräch noch einmal bekräftigt wurden.

Selbst in der Europäischen Vertretung der LEADER-Regionen (ELARD), habe ich den Eindruck, dass unsere Positionen als sehr kritisch angesehen werden. Teile des Positionspapieres sind an Stellungnahmen von ELARD angelehnt, die mir selbst aber insgesamt die wirklichen Probleme viel zu wenig beim Namen nennen.

Insofern empfinde ich den Beitrag als Unterstützung für die offene und kritische Argumentation die ich für die BAG LAG zu führen versuche, auch wenn dies auf europäischer Ebene, nach meiner Wahrnehmung völlig unüblich ist. Wir müssen uns allerdings bewusst machen, dass wir damit evtl. die Kräfte stärken, die LEADER eher als lästiges Anhängsel des ELER empfinden und eine Fortführung in Frage stellen. Im Augenblick wird in der Diskussion die Gefahr mehr als deutlich, dass LEADER in der nächsten Förderphase nicht mehr verpflichtend sein könnte. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern und müssen die Strategie entsprechend ausrichten.

Insgesamt habe ich die Hoffnung, dass wir am Ende der Diskussion ein Papier vorliegen haben, dass die Probleme in aller Offenheit anspricht, aber auch die Vorteile eines partizipativen Förderansatzes darstellt und zu einem „besseren LEADER“ spätestens in der nächsten Förderphase beiträgt.